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Freitag´Spät: „Programmierer, die Audit-Optimierer“! #7 von 100

04.09.2020

Also, Alle regen sich zu Recht, ob´s sie Selbiges bekommen ist eine andere Geschichte, oder eben auch nicht, über die Manipulationen seitens VW an Ihren „Abgassystemen“ auf. „Schummel-Software“ nennen das die ertappten „Verniedlicher“ aus der „ahnungslosen“ Führungsriege das. Wenn man fragt: Wer hat´s getan? Keiner! Wer hat´s angewiesen? Keiner! Wer hat´s in die Firmware der "Drecks-Karre" reingetippt, na ein übler Programmierer, stimmt! Denen ist sowieso nicht zu trauen, alles Hacker und PC-Nerd´s. Also, die sind schuld, oder nicht?

So einfach ist es ja dann nicht, oder? Was hat der Programmierer von wettbewerbsverzerrender und illegaler Abgas-Reinigungs-Manipulation? Außer dass er nicht entlassen wird wegen Arbeitsverweigerung, wenn er es nicht wie gewünscht programmiert, hat der nix davon.

Ja, richtig, die Verbrenner-Schmiede hat was davon weil sie glänzen kann, im Sinne toller Abgaswerte, na, zumindest auf dem Prüfstand und der Kunde glänzt mit seinem grünem Gewissen trotz bärenstarker 200-300 PS Motoren in der renntauglichen Familienkutsche. Der preist dann die "tollen Ingenieure" und das klimafreundliche, innovative Unternehmen. So macht Business Spaß, alle sind glücklich.

„Spaß“, ist wohl das richtige Stichwort nur mit dem falschen Vorzeichen, Ja, stimmt ich meine „Ernst“ ist das richtige Stichwort wenn es um Programmierer, Mälzereien und Kunden geht.

Ja, was hat das Obige denn bitte schön wieder mit den Mälzern und Brauern zu tun. Da fabuliere ich mir mal wieder ganz schön was zusammen, meinen Sie, nun ja, vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Schauen wir mal:

Kunden-Audit´s sind wozu da, Na?

Vielleicht erstmal aus Sicht der Brauerei: Die will überprüfen ob alles kontraktlich läuft beim Mälzer! Darum geht´s! Jetzt schnell Perspektive wechseln hin zum Mälzer: Der will das die Brauerei denkt, dass alles kontraktlich läuft für den Brauer, damit der glücklich, zufrieden und möglichst bald wieder abreist!

Das Stichwort ist also „kontraktlich“, das kann Vieles bedeuten: festgelegte Gersten-Sorten, festgelegte Provenienzen, Begrenzung bestimmter Gersten- und/oder Malz-Anteile, diverse obere und untere Grenzwerte in der Analytik, definierte Verfahrensschritte, zulässige Mengen, Massen, Luftdurchsätze, Zeiten oder Differenz-Temperaturen in Weichhaus, Keimkasten und Darre und , und, und.

Wer sich den „Vorgabenkatalog“ großer nationaler, aber vor allem internationaler Brauerei-Gruppen ansieht, den gruselt es gewaltig.

Das summiert sich „Ratz-Fatz“ auf über 100 Punkte die der Kunde da so vorgibt, alleine die Malzanalyse und die Sonderuntersuchungen machen ja bisweilen schon 2 dicht beschriebene DIN-A4 Seiten in Tabellenform aus.

Leute das ist echt lästig für den Mälzer, zumal auch noch jeder Kunde seine ganz persönlichen Präferenzen hat.

Dann gibt es auch noch Vorgaben, die sich gegenseitig ausschließen, Das ist wie Spagat auf dem Nagelbrett eines Fakirs. Aber das ist ein anderes Starker-Tobak-Meinungs-Thema.

Zurück zu Programmierern, Mälzern und Brauern. Nehmen wir mal ein Beispiel für was so ein Programmierer alles gut ist, sind ja fähige Leute diese Source-Code-Nerd´s.

Nehmen wir also mal das Folgende an: Der Brauer will das sein Malz „ordentlich“ ausgedarrt ist, jeder verdammte reingemischte 10% Anteil aus der „Mischen-Possible“ Aufgabenstellung des Mälzers mit der Dauerprämisse „alles muss weg“.

Der Brauer hat sich also sein Lehrbuch geschnappt und bestimmt dann: „Mindestens 90 Minuten muss die Ablufttemperatur der Darre beim Ausdarren über 76 Grad Celsius liegen, mindestens 60 Minuten über 80 Grad. DMS-P liegt Ihm halt am Herzen, dem „Sudhaus-Kochzeit-Knauserer“!

Für den Mälzer ist das, nennen wir es doch einfach mal beim Namen: Scheibenkleister! Das erhöht den Energieeinsatz, das kostet dann doppelt Geld! Hääää, wieso doppelt? Na, man muss Energie reinstecken in Form von Heizleistung und elektrischem Lüfterbetrieb und dann wird das Fertig-Malz auch noch im Regelfall deutlich unter 5,0 bzw. sogar unter 4,5% Wassergehalt getrocknet. Der Mälzer liefert also auch noch umsonst Trockenmasse/Extrakt ab. Das summiert sich als Doppel-E (Energiekosten und Extrakt-Kosten) bei einer 125.000 Tonnen-Mälzerei auf [/size][size= small]Eine-Viertel-Million-Euro pro Jahr, nur bei diesem einen Punkt! Würde sich summieren meine ich.

Eine Viertel Million Euro, ja dafür kann man aber einen Haufen Sachen programmieren. Wie wäre es zum Beispiel mit einem kleinen Darstellungsprogramm für Kundenaudits und Diagramm-Ausdrucke (so eine Art TÜV Situation auf dem Prüfstand stelle ich mir gerade vor…) die einfach die Prämissen der Brauerei berücksichtigt: Auf dem Bildschirm oder dem Ausdruck werden dann einfach durch einen Algorithmus angepasste Werte angezeigt.

Die Vorgaben der Brauerei sind "Zack-Ratz-Fatz" bestens dokumentiert und vor Allem erfüllt, einfach so. teilweise sogar so programmiert das eine variable "Schnittstelle" besteht, sodass die "Korrektur" ganz nach Bedarf erfolgen kann, bzw. jederzeit angepasst werden kann. Oft versteckt sich die Klaviatur der Manipulation hinter "Buttons" mit so kryptischen Bezeichnungen wie "Kunden-Audit". dann ploppen nur "Fake-News" auf. In der Datenbank sind die tatsächlichen Werte natürlich vorhanden, da ja jeder Fälscher die Rohwerte zur Manipulation braucht.

Diese "Anpassungen" an vertraglich vereinbarte Werte sind in jedem Bereich möglich. Im Keimkasten gibt es dann ein "Delta-t" wie gewünscht, in der Weiche geht die Lüfterleistung, oder der O-2 Gehalt "wie durch Geisterhand" in die Höhe. Im "Labordaten-Management" und bei „Mischen-Possible“ ist es noch viel einfacher, da werden die Grenzwerte wie durch Zauberhand nicht überschritten, egal was für ein „inhomogenes Steinmalz“ auch dazu gemischt wird. Die Brauerei-Grenzwerte werden eingehalten, gaaaanz einfach ist das. "Kontraktliches Mälzen" und "Saubere Autos bauen" ist ja so einfach.

Nationale und internationale Brauer schicken im Regelfall ihre Brauerei-Profis in die Mälzereien. Die Mälzer machen dann „den Kollegen“, den „Seelenverwandten“ des Brauers. Bis, bis der vom Hof runtergefahren ist in seiner Abgasmanipulierten Karre.

Als Nestbeschmutzer kann ich es ja sagen: Ich habe Geschäftsführer in Mälzereien erlebt, die haben, nachdem der Brauer den Hof verlassen hatte, Verfluchungen ausgestossen, da würde jeder Bordellbetreiber vor Scham erröten.

Ja, und der Programmierer? Den kennt keiner, den will auch Niemand kennen. Wenn es gut läuft hat man den noch nie gesehen, diesen „Quell-Kot-Finsterling“ aus dem wahrscheinlich fensterlosen Manipulations-Keller-Office. Professionelle IT-Firmen die solche „Tools“ programmieren gibt es übrigens auch.

Na, dann Prost, ist ja schon Freitag-Spät! Ich mein ja bloß.

Die Meinungs-Kolumne zum Freitag-Feierabend-Bier!

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