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Freitag´Spät: Schleim ist Leben, Leben im Schleim. Von SCHLEIMern und Mälzern. #8 von 100

11.09.2020

Ein Meinungsbeitrag. #8 von 100

Was raus wächst, wächst auch rein. Ob Schleim, der uns aus der Nase rinnt, Schnecken die am Boden kriechen, selbst die kleinsten, aggressivsten und gefährlichsten Keime schleimen sich meist durch Ihr angepasstes, hinterhältiges und niederträchtiges Dasein. Je mehr Schleim, desto gefährlicher, hartnäckiger und oft krankheitserregender sind die Verursacher. Schleim dient dem Überleben. Dient dem Schutz, der Deckung, dem Tarnen und Täuschen in einer lebensbedrohenden Umwelt. Dies gilt für Bakterien genauso wie für verbale Bücklinge, Vorstände und diverse Berufspolitiker. Die „Außenwelt“ glitscht einfach nur ab an so viel Schmiere, schleimig geheuchelter Überraschung und überzeugt geschleimtem Kundeninteresse.

In Abluftschächten von Mälzereien kann man sie beobachten, die Schleimspuren, wenn der Rotz die Wände runterläuft, teils sind diese Zentralschächte 30m hoch, was der eine Keimkasten an Glibber-Masse bei gesättigter Abluft absondert, nimmt die darüber liegende Einheit wieder auf, ein „selbstbefruchtender“ Vorgang einem Perpetuum-Mobile gleich. Wenn man sich hineinstellt kann man sehen wie „der Rotz“ die Wände hinab „glibbert“, langsam aber stetig, faszinierend für Kinder und Erwachsene.

Die Mälzer wiederum breiten den Schleim der Ahnungslosigkeit dauerhaft darüber, oder werden immer kurz vor einem Audit aktiv, dann wird gechlort, gereinigt, geschrubbt und gemacht, dass der Schlabber nur so spritzt. Oft wird so erst einmal die ganze Keimlast überall im Gut und in der Produktion verteilt, lokal wird dann alles mit Unmengen an Natrium-Hypochlorid eliminiert.

Im Audit sieht es dann „so La La“ aus, ach Gott wenn die stets „gerümpften Brauernasen“ wüssten wie es „normal“ aussieht, sie würden keinen Fuß mehr in die Mälzerei setzen. Dazu müssten sie einfach 4 Wochen später, oder 14 Tage vor dem Termin mal unangemeldet auf der Matte stehen. Die Brauer könnten es nicht fassen, im wörtlichen Sinne, es wäre einfach zu glitschig, glibberig und schleimig. Der „Malzmeister“ würde Sie auch gar nicht unter den Keim-Kasten, unter die Flachbodenweiche, oder in den Abluftschacht hinein lassen, weil der Mälzer 2x haften müsste, einmal wegen der „Sauerei“ als solcher und wahrscheinlich das zweite Mal wenn sich der „interessierte Kollege“ das Genick bricht.

Doch ich habe die Vermutung das den Brauern zumindest „gefühlt“ dieser Rotz bekannt ist, denn warum sonst kündigen sie Ihre „Kontrollen“ Wochen und Monate vorher an? Warum akzeptieren sie jede Mälzer-Ausrede hinsichtlich kurzfristiger Terminierung, doch wohl weil sie wissen, dass es sonst aus jeder Ritze schleimt und sabbert, es sei denn der Schwarz-Schimmel überdeckt schon alles an unhygienischen Grausamkeiten.

Kein Brauer hat je erlebt dass ein Mälzer sagt „ja, dann komm halt Morgen vorbei“, nein, man hört von Urlaubszeit, Terminierungsproblemen und Vieles mehr.

Der Mälzer ist ja nicht blöd, wenn er Audit-Termine unausweichlich vergeben musste und die nächste Brauer-Anfrage kommt, dann wird geschaut, dass der Termin in der gleichen Woche stattfindet wie das bereits geplante Audit.

Alles „in einem Aufwasch“, wörtlich genommen. Manchmal sind das dann bis zu 3 aufeinander folgende Kunden-Audits. In dieser Zeit wird gereinigt, was das Chlor und die Hochdruckanlagen nur so hergeben. Da spritzt der Schleim und Rotz überall herum, die oftmals installierten biologischen Vorklärer-Anlagen in der Mälzerei gehen in dieser Zeit meist in die Knie, völlig überfordert mit dem ganzen sterilisierten Schlabber und Dreck.

Trotzdem wird kaum ein Mälzer je rechtzeitig und zufriedenstellend „fertig“, also gibt es dann intern ausgewiesene „No Go Areas“, das meint Bereiche die einfach nicht begangen werden, Routen werden fest abgesprochen und strikt eingehalten. Die meisten Brauer trotten treu-doof hinter der Schleimer-Gesellschaft her, was will man auch machen?

Nun, wenn man wollte könnte man viel machen bei einer „echten, tiefgreifenden Begehung“, eigentlich das Gleiche was man auch intern in der Brauerei machen kann, der Sache auf den Grund gehen. Wie das geht? Dazu gibt es bereits für € 9,99 gescheite Büchlein und Checklisten zu kaufen, machen und wollen muss man es halt, oder man nimmt sich einen Profi mit, aber das will keiner bezahlen.

Na, dann Prost, ist ja schon Freitag-Spät! Ich mein ja bloß.

Die Meinungs-Kolumne zum Freitag-Feierabend-Bier!

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