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Mälzerei Johann Zeitler KG weist Anschuldigungen aus Malz-Ekel-Skandal zurück: Schimmel, Ekel, Dreck wohin man blickt, Alles schon längst erledigt, alles vom Tisch?

07.06.2021

Es grenzt schon an "geistiger Total- und Selbstverweigerung" durch den Besitzer der Mälzerei Zeitler und die zuständigen "Ping-Pong" spielenden Behörden, die Tatsachen, die im Februar 2021 dokumentiert wurden, als "erledigt" zu bezeichnen. Oder gar zu argumentieren: Die Lieferungen konnten mit einwandfreier Malzqualität "aufgrund guter Lagerbestände" aufrecht erhalten werden. Eine kleine temporäre Hygiene-Unpässlichkeit also?

Das "beanstandete Malz" sei entsorgt worden? Der Betrieb gereinigt, so dokumentiert es "ein Bild" das der Besitzer selbst gefertigt hat? Ein Witz für jeden viertelbegabten Fachmann! Die jahrelang dokumentierten Missstände der Landkreisbehörde und später nun des KBLV (aus Aufgemerkt: KULMBACH) lassen auf eine systematische Unterlassung und persönliches Ignorieren jeglicher Hygienevorgaben über eine sehr, sehr lange Zeit schliessen! Gerste, Malz, Brauerei, Bier und Konsument sind eine kausal verknüpfte Lieferkette. Wenn die Zustände schon "peinlich" für Zeitler waren, seine Stellungnahme ist dann oberpeinlich und unverschämt!

Mit nunmehr einigen Dekaden Mälzereierfahrung in Technik und Produktion kann nur gesagt werden: Ein Witz, was sich da ein Mälzereibesitzer aus den Fingern fabuliert. Die Bilder belegen eindeutig, dass hier über viele, viele Monate NICHTS ABER WIRKLICH NICHTS gegen Schimmel, Dreck, Schmodder, Rotz und Siff unternommen wurde.

Ein aktueller Blick "unter die Horde(n)" würde die Katastrophe perfekt machen. Das Bild das Zeitler vom "Ventilatoren-Aufstellraum" selbst gefertigt als Beweis für seine "alles erledigt, alles vom Tisch" Aussagen vorlegt sagt Null-Komma-Null aus. Es ist der am einfachsten zu reinigende Bereich, es ist 1/1000 Bildausschnitt seiner Betriebsstätte. Es ist selbstgefertigt, es ist vielleicht sogar der einzige Bereich in dem tatsächlich Edelstahl dominiert.

Ein Blick in eine chronologisch-kalendrierte Personal-Einsatzliste, der Fremdpersonalbezug von Februar bis aktuell und dagegen in 2020, ein Blick in die Reinigungsmittel-Bestellungen und Lieferungen der letzten 24 Monate, in die umfangreichen Malz-Entsorgungsrechnungen, würde die Aussagen aller Beteiligter vermutlich kontakarieren.

Die Behörden (das Landratsamt bis Januar-2020 jahrelang, die KBLV dann ab Februar 2020) haben versagt, erst die eine, dann die andere, Zeitler hat gleich mehrfach versagt, der DMB, der DBB, die Brauereikunden mit ihren "Lieferanten-Audits" und die Auditoren namhafter ISO-Zertifizierer sicher ebenfalls.

Dieser Ekel-Skandal ist nicht mehr mit ein paar warmen Worten zu stoppen. Gefahr für den Kunden hat nie bestanden. Ach so ist das: Die Würze wird ja gekocht, dann kann man also auch alte Autoreifen in der Darre verbrennen, oder die Cumarin-gekillten-Schadnager kleinhacken und vermahlen mitliefern.? Geht´s noch? Was hat das mit Lebensmittelproduktion zu tun, was die Mälzer da treiben? "Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt, Heisa-Hoppsa". So nicht, Freunde des Reinheits-Verbots, so nicht.

Schimmel-Toxine sind weitgehend thermo-stabil, auf der Darre und in der Sudpfanne bleiben die Toxine weitgehend erhalten, vollständig beseitigt werden die Schimmelgifte definitiv nicht. Die "geleakten" Bilder zeigen desaströse Verhältnisse seit mindestens 6 Monaten zum Zeitpunkt der Aufnahmen. Das produzierte, ausgelieferte, gebraute und getrunkene Bier war/ist komplett kontaminiert. Verbraucherschutz sieht anders aus. Bayerische Reinheitsgebots-Phantasien hin oder her. Das deutsche ReinheitsVerbot sagt Danke.

"Aktuell" ist die "Homepage" von www.zeitlermalz.de nicht erreichbar, sprich "offline geschaltet", jedoch lassen sich natürlich die im "Cache" vorliegenden Abbilder aus April 2021 aufrufen. Gerne zitieren wir hier:

"Qualität steht bei uns an 1. Stelle

Jeder Brauer hat seine Bedingungen an die Malzeigenschaften. Aufgrund unserer kleinen Produktionseinheiten sind wir in der Lage, exakt diese in bester Qualität und Homogenität herzustellen. In jedem einzelnen Produktionsschritt ist die Möglichkeit gegeben, Parameter zu ändern. Dabei können wir auch von Lieferung zu Lieferung auf Sonderwünsche eingehen.

Die gesetzlichen Vorschriften zur Rückverfolgbarkeit sind bei uns jederzeit gegeben. Wir beginnen jedoch nicht erst beim fertigen Produkt, sondern am Anfang!"

Interessant ist hierbei besonders der Hinweis zur Rückverfolgbarkeit! Qualität ist ja scheinbar ein dehnbarer Begriff im "Zeitler-Universum".

  • Welche Brauereien wurden in der Zeit vom 04.11.2020 bis 04.02.2021 beliefert?
  • Welche Mengen und Anteile wurden in Brauereien verwendet.
  • Wieviel Malz wurde nach dem 04.02.2021 ausgeliefert, welches in der Zeitraum November-2020 bis Februar 2021 produziert wurde?
  • Welche Malzmengen wurden "vernichtet" und vor allem wie und mit welchem Nachweis?
  • Welche Malz- und Biermengen wurden per "Rückruf" aus der Produktions- und Konsumkette entfernt?
  • Welche Bilder/Dokumente sind aus den letzten 5 Jahren vorhanden, hat das Landratsamt entsprechend gehandelt, hat es bei der Übergabe

Viele Fragen werden nicht beantwortet werden, weil genau an dieser Stelle die "Kumpanei" beginnt. Die KBLV (nur marginal) und das Landratsamt "hängen mit drin", sie haben sich zum "Handlanger und Erfüllungsgehilfen der Zeitler KG" durch jahrelange Duldung oder Unterlassung gemacht. Jetzt geht es für die Amtsleiter, die Kontrolleure darum Schaden abzuwenden. Damit ist nicht gemeint: Schaden vom Konsumenten abzuwenden, mitnichten, es geht darum Reputationsschaden und "Stühle sägen" zu verhindern. Doch der ist längst eingetreten.

Die KBLV hat eine "frisch kontrollierte Betriebsstätte" im Februar 2020 vom Landratsamt "übernommen". Es stellt sich eine entscheidende Frage: Welche Informationen wurden bei der "Übergabe" weitergeleitet, welche "angeblich" geringen Mängel lagen damals tatsächlich vor? Es ist fast davon auszugehen, dass auch das KBLV mehr "Opfer als Täter/Erfüllungsgehilfe" in diesem Spiel ist. Bei einer Begehung ein Jahr nach Übergabe ist davon auszugehen, das keine schwerwiegenden Verstösse bei der Übergabe durch das Landratsamt kommuniziert wurden. Die KBLV durfte somit davon ausgehen, dass die nächste Kontrolle, rd. ein Jahr später durchaus ausreichend sein würde. Nach der Kontrolle am 05. Februar 2021 hat sie im ersten Moment sehr umfangreich gehandelt. Gut so!

Es stellen sich daher eher Fragen:

  • Was wusste das Landratsamt tatsächlich, wie weitreichend waren die festgestellten Mängel der Betriebskontrolleure vom Fach in den Jahren 2016 bis 2020?
  • Wer hat im Februar/März 2021 die KBLV möglicherweise ausgebremst?
  • Warum gab es keine Sperrung bereits produzierter Malzbestände, keine Rückholungen?
  • Wie lange war der Betrieb für die Produktion gesperrt und in welchem Ausmaß?
  • Wie ist die Abnahme/Freigabe der betriebsstätte zum Weiterbetrieb dokumentiert?
  • Welche Bereiche wurden umfänglich und fachkompetent inspiziert?

https://www.infranken.de/ueberregional/videos/schimmel-wohin-das-auge-reicht-behoerde-verschwieg-desolate-zustaende-in-maelzerei-sts-159956

... Hier noch ein LINK zu "infranken.de", denn "Bilder-Videos" sagen mehr als Tausend Worte...

Jetzt erst schlägt wirklich die Stunde von "foodwatch" und "BR" im "Mälzerei-Ekel-Skandal", jetzt muss eingedrungen werden, fachlich neutral und kompetent untermauert, in den bizarr verzerrten Wahrnehmungskosmos der Malz-Produktion von Zeitler&Co, Landratsamt, von DMB und DBB, von Reinheitsgebot und GMP.

Es grüßt ganz herzlich, ihr Jörg Friedrich Faulhaber

Lesen Sie auch folgende Berichte und das aufschlussreiche Buch "Die Mittelstands Mafia". Der deutsche Mälzerbund e.V. in Frankfurt, zu dessen Mitgliedern die Malzfabrik Johann Zeitler aus Kulmbach gehört, hat umfänglich versagt! Vor über 6 Monaten hat der Autor einen Fragenkatalog, auch zu den katastrophalen Zuständen rund um das Thema HYGIENE übermittelt. Bis heute hat der Verfasser des Buches zu seinen Recherchen und trotz wiederholter Nachfrage keine Antwort erhalten. Wen wundert es?!

Zeitler ist nur die Spitze eines Eisbergs aus ignorantem Verhalten, Profitstreben und Brauerei Duldung dieser Zustände!

foodwatch e.V.: Ekelskandal in bayerischer Mälzereifabrik! Bier, Malz, Brauerei: Der lang überfällige Hygiene-Skandal kommt um die Ecke des Reinheitsgebotes!

04.06.2021

Da hat es die geschätzte und von uns unterstützte "foodwatch e.V." NGO gebraucht um ein Hygiene-Thema auf das Skandal-Tablett zu heben, dass so alt ist wie die Mälzerei in welcher der Ekel-Skandal nun stattfindet. Brauerei-Kontrollen, Audits, Lebensmittelkontrolleure, staatliche Aufsicht: Fehlanzeige! Deutschlands Mälzereien und ihre tradierten Standorte sind Schimmel-, Dreck- und Sauställe. In der Branche fängt das Zittern und das "große Reinigen" an. Der Natrium-Hypochlorid Absatz bei "Biesterfeld, Wigol & Co" wird sprunghaft ansteigen in den nächsten Wochen. maltCert Institut GmbH macht seit Jahren auf die katastrophalen Zustände aufmerksam. "Keinen der Reinheitsgebots-Verweigerer" interessiert es! jetzt wird "gechlort" auf Teufel komm raus, bis die rostigen Hordensiebe sich fast auflösen.

In die "Mittelstands Mafia und das deutsche Reinheitsverbot" steht es Schwarz auf Weiss. In deutschen Mälzereien wird auf Hygiene nur geachtet, wenn ein GEPLANTES Audit stattfindet. Dann wird "geputzt" auf Teufel komm raus. Etliche Beiträge hier auf dieser Seite beweisen es.

Die Behörden sollten sich bei ihren "Betriebsbegehungen" anschauen, wo die "ältesten" Saladin-Keimkästen, 30 Jahre alte Flachbodenweichen, vergammelte Recycling-Wassertanks, Weichwasser-Wiederverwendung, versiffte Pufferspeicher, vor Schleim triefende Abluftschächte, nicht zu reinigende Drehhordenkonstruktionen usw. in der jeweiligen Drecksbude platziert sind und dort ansetzen. Grünmalz-Förderwege, ob Trogketten-, Band- oder Elevatoren-Förderer sind darüber hinaus die garantierte "Schimmel-, Schlatz-, und Rotz-Schleuder".

Sehr wichtig auch bei der Begehung: Mälzer die argumentieren "nein, da können wir nicht rein!" führen Böses im Schilde, denn die Malzmeister der Katastrophen-Malze wissen genau wo die übelsten Hygienemängel sind. Tipp: Aufschrauben lassen, drunterschauen, verschweisste und abgeschlossene Türen zur Not mit der "Flex" öffnen lassen, dann klappt es auch mit dem "Mängelbericht" und der Betriebsstilllegung!

"Verbraucherschutz ich hör Dir trapsen", rufen auch die Schadnager und Krabbelviecher im Chor!

maltcert Institut hat die Katastrophe kommen sehen, Mälzereien und Brauereien, dem Brauerbund und dem Mälzerbund jahrelang Mitarbeit und Praxis-Audits angeboten. Die Malzbranche ist nicht interessiert, die Brauereien auch nicht! Vielleicht ja doch die Lebensmittelüberwachungen?

2 Beispiele unserer Berichte gefällig? Bitteschön:

Freitag´Spät das Freitagsgebet: Oben Hui unten Pfui. Es geht „Drunter und Drüber“ in der Mälzerei. #11 von 100

02.10.2020

Wen es schon mal unter einem Keimkasten „auf die Schnauze“ gehauen hat der weiß von was spreche, der allgegenwärtige Schleim, Rotz, Siff und Schmodder. Reinigung teils nur wenn Audits durch Kundenbesuch konkret geplant sind. Katastrophale Zustände hinsichtlich Reinigung und Sauberkeit als Normalzustand. Es ist schon abenteuerlich was sich manche Mälzer unter Sauberkeit vorstellen: in Abwasserkanälen vor der Haustür sieht es oftmals nicht schlimmer aus als unter einer Horde in der Flachbodenweiche oder dem Keimkasten.

Jetzt könnte man ja noch darüber hinweg sehen, Malz wird ja schließlich bei über 70 Grad gedarrt, also mehr oder weniger ansatzweise Sterilisiert und die ,assive Schwefelung hilft natürlich auch mit, wenn da nicht weitreichende qualitative Konsequenzen mit den zugerotzten einhergehen würden. Denn durch diese Horden-SIEBE geht dann an den völlig verschleimten oder schon schwarz verschimmelten Stellen keinerlei Luft.

Inhomogenes Malz mit irren Temperaturunterschieden und Luftdurchsätzen sind die Folge. An der freien Siebstelle ist dann 100% Luftdurchsatz und in anderen Bereichen dann Null. Es dampft im Kasten sosehr, dass man dies mit dem bloßen Auge sehen kann.

Nimmt man einen Infrarot-Zielthermometer oder gar eine Thermokamera zur Hand, so sind Unterschiede von bis zu 15 Grad Kelvin keine Seltenheit. Das daraus hergestellte Braumalz, so man es so nennen will, bringt erhebliche Probleme in den Brauprozess. Verzuckerung, Gärung, Schaum, Halbarkeit, Stabilität der Trübung, Geschmackliche Fehlaromen und imense Zeitverzögerungen in Sudhaus, Gärkeller und Filtration können die Folge sein.

Neben rein personellen Problemen hinsichtlich Ausbildung und Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal sind es meist kostenseitige Gründe die Mälzereibetriebe zu solch ignorantem Handeln bewegen.

Reinigen kostet Geld, sei dies nun im Vorfeld einer Anlage durch entsprechendes Hygienic-Design, durch entsprechende Materialwahl der Anlagen und Maschinen, oder später dann durch fest installierte Reinigungsanlagen. Hier sind jedoch bei Rundkästen, drehenden Horden, flacher Leerräume in Flach-Boden-Weichen jedoch schnell Grenzen erreicht: eine manuelle Nachreinigung somit dauerhaft zwingend erforderlich. Daran wird jedoch gespart. Zeitdruck der Widerbelegung ist dann der nächste Faktor, der dazu führt, dass nicht, gar nicht, überhaupt nicht oder höchsten selten gereinigt wird. Dies dann meist noch halbherzig.

Auch der Einsatz aggressiver Reinigungsmittel scheidet oft aus, da Mälzereien eigene Vorreinigungsanlagen für das Abwasser betreiben.

So sehen viele Horden dann von oben akzeptabel aus, aber von unten kann man auf bis zu 30 Prozent der Fläche das Grünmalz nicht sehen. Allerdings bekommen hundert Prozent der Brauereien auch keine Flachbodenweiche von unten zu sehen und bei Begehungen auch nur ausgewählte Keimkasten-Horden. Selbst dann kann aber ein engagierter Brauer sehen woran es happert. Wenn er dies denn will!

Na, dann Prost, ist ja schon Freitag-Spät! Ich mein ja bloß.

Die Meinungs-Kolumne zum Freitag-Feierabend-Bier!

Freitag´Spät: „Hygiene ist ein Fremdwort!“. Stimmt! So wie der „Duden“ sehen es auch viele Mälzer. #10 von 100

25.09.2020

Ein Meinungsbeitrag #10/100

Hygiene beschreibt in einer Begrifflichkeit zusammengefasst „die Gesamtheit an Maßnahmen zu Sauberkeit, Reinheit und Desinfektion“ in der betrieblichen Anwendung bei Produktionsbetrieben. Da gibt es tatsächlich einiges zu erzählen hinsichtlich der „Hygiene-Strategien“ in Mälzereien. Neben Panschen, Mischen, Decken, Tarnen und Täuschen macht der „Sauberkeits-Wahnsinn“ einen großen Teil des erscheinenden Buches aus.

Mälzer haben es halt auch schwer: Die bekommen einen Rohstoff ins Haus geliefert, welcher zwar je nach Erntebedingungen durchaus in der optischen Wahrnehmung „sauber und rein“ aussieht, „goldgelb“ glänzt und mitunter sogar frisch und angenehm riecht. In Wirklichkeit ist die Oberfläche der Braugerste mit Bakterien, Schimmelpilzen, Sporen und Hefen nur so überzogen. Millionen und Milliarden „potentielle Drecksbomben sind diese Gerstenkörner“.

Reinigen geht natürlich nur durch Luftabsaugung, mechanische Siebung und Auslese, an allen Dreien mangelt es. Es soll möglichst viel in die Verarbeitung kommen. Oft sind die Vorreinigungsanlagen nicht für die Annahmeleistung ausgelegt. Ein spätere „Vorreinigung“ vor der Lagerung geht dann oft verloren.

Gerste lebt, ist ein atmendes Produkt, entwickelt je nach Feuchte, Erntebedingungen, Anlieferungsbedingungen wie Regen/Schneefall und hohe, oder niedere Vorbelastung an Keimen bereits während der Lagerung den Hang zur „Aufkeimung“. Schimmelpilze entwickeln sich, erhöhen das Potenzial an Mykotoxinen weiter in erheblichem Umfang. Wenn es "dumm läuft" und zu lange so geht, dann sind bereits erste Lagerschäden nach 8 Wochen Lagerzeit erreicht, Gerstenqualitäten sollen jedoch ein ganzes Jahr gesund erhalten werden, den wenigsten Mälzern gelingt dies. Viele Mälzer sparen sich dann bei der Hauptreinigung noch den Halbkörner-Ausleseprozess, da dies ein halbes Prozent Minimierung an Ausbeuteverlusten bringen kann. Diese halben Körner kommen aber dann hoch belastet mit Bakterien und Schwarz-Schimmelpilzen in die Produktion, inhomogenes, stark keimbelastetes Malz ist die Folge.

Dann geht´s zum Weichen und die Gerste wird, unter günstigen betrieblichen Bedingungen mit reinem, frischen Stadt-Frischwasser, bei eher üblich-ungünstigen Bedingungen mit bereits vorher verwendetem „Recyclingwasser“ dubioser Herkunft und Güte erst einmal stundenlang geweicht und belüftet. Ergänzt wird dies meist mit Wasser aus tief- oder oberflächennahen eigenen Brunnen. Die Trinkwasserverordnung greift und doch sieht es in den meisten Mälzereien übel aus. Siehe #11 von 100 „Trink viel Wasser“, aber [/size][size= small]nie „Trinkwasser“ das von einem Mälzer-Brunnen stammt.

Nach dem „Wasser ablassen“, also in der Trocken-Weichzeit wird das Gut stets feucht gehalten. Mit hoffentlich reinem Frisch-Wasser geht´s dann nach 24 oder 48h in den Keimkasten oder als Zwischenschritt in die Flachbodenweiche. Wenn man Glück hatte als Brauerei geht´s also direkt in den Kasten. Wenn man Pech hat wird noch eine Flachbodenweiche dazwischen geschaltet, so ein „Zwitter“ zwischen Weichhaus und Keimkasten. Diese Flachbodenweichen haben den Vorteil einer gleichmäßigeren Belüftung als eine Weiche um den konstruktiven Nachteil dass sie „flutbar“ sein sollen.

Da geht mikrobiologisch dann richtig was ab, denn diese "Dinger" müssen ja das gesamte Keimgut fluten können, deshalb wird oft der „Leerraum“ unter den Sieben möglichst flach gehalten. So flach, dass kein Mensch drunter kann. Da wächst und gedeiht dann der „Schmodder“ oft wochenlang und die ungenügende Reinigung erfolgt ausschließlich von oben. Bei der nächsten Flutung wird dann der halbe Rotz wieder ins „Keimgut“ gewirbelt.

Das ganze Weichverfahren freut natürlich nicht nur den Keimling, das freut auch die ganzen Getreide-Oberflächenbewohner, alles wächst und gedeiht optimal, die äußeren Bedingungen, konstruktionsbedingte Schwachstellen, Totbereiche der Reinigung, drehende Horden usw. Die maschinentechnische Ausstattung, Personal-Extensive Mitarbeiterzahlen, Personalqualifikation und die betrieblichen Kostenzwänge erledigen dann den Rest um „Alles“ zum Wachsen zu bringen

Im Keimkasten wird dann nach einer sinnvollen Ankeimungsphase möglichst den Extrakt schonend im stets Feuchtigkeit gesättigten „Umluftbetrieb“ bei reduzierter O-2 Zuführung weiter „auf“-gekeimt. Jetzt wächst der Nährboden für Schlatz, Schleim und Rotz so richtig gut, sozusagen im Optimum wird gezüchtet, was später entfernt werden soll. Sollte oder Muss sind die gesuchten Vokabeln. So gesucht wie funktionierende Hochdruckreinigungsgeräte, Mitarbeiter, Reinigungsmittel, heile HD-Schläuche, Reinigungsdüsen und Zeit vor der nächsten Belegung der Einheiten.

Wie gesagt das Mälzerleben ist nicht einfach, die Mälzer haben es schwer, ja, schwer drauf haben die es mit halbgaren Handlungen und Strategien um ein „Lebensmittel“ herzustellen.

Na, dann Prost, ist ja schon Freitag-Spät! Ich mein ja bloß.

Die Meinungs-Kolumne zum Freitag-Feierabend-Bier!

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